Markenbrille ohne Markenqualität

Es ist Sonntagabend, ich bin leicht frustriert. Und warum? Weil ich eine Brille habe, die mir ordentlich Kohle gekostet hat, ich sie aber inzwischen nicht mehr nutzen kann. Sie juckt, kratzt und zwickt hinter dem Ohr. Viele Grüße an Ray Ban.

Eine schöne Brille eines Markenherstellers muss nicht unbedingt auch Markenqualität bieten. Das beste Beispiel liefert mir meine Ray-Ban-Brille.

Eins muss man den Italienern von Luxottica lassen, zu denen Ray-Ban seit 1999 gehört, verdammt schöne Brillen können sie bauen. Doch damit hört es auch schon auf, musste ich feststellen. Qualität und Service lassen arg zu wünschen übrig.

Die ganze Geschichte

Seit etwa zweieinhalb Jahren trage ich eine Ray-Ban-Brille. Nicht jeden Tag, ich tausche sie mit meinen anderen Brillen und erfreute mich bislang immer mal wieder eine Ray-Ban auf der Nase zu tragen.

Doch auf einmal bemerkte ich am hinteren Ende des Bügels einen Riss und wenige Tage später brach ein Teil des Bügels ab. Also: Ab zum Optiker. Seine Prognose fiel ernüchternd aus. Materialermüdung und er zeigte mir erste Haarrisse am Bügel auf der anderen Seite. „Leider sind Sie aus der Garantie raus, drum kann ich den Schaden nicht kostenfrei beheben. Der andere Bügel wird bald auch zerbröckeln“.

Aus der Sicht des Optikers verständlich. Bestimmt hat der Markenhersteller Interesse seinen bis jetzt begeisterten Kunden zufriedenen zu stellen. Immerhin ist die Brille erst knapp 2,5 Jahre alt. Oder?

Ähh nein, davon träumte ich nur. Im Internet verweist der Support auf einen örtlichen Fachhändler und der schlug beim Anblick der Brille die Hände über den Kopf zusammen. „Ray-Ban? Da haben sie keine Chance, da geht auf Kulanz gar nichts…. Mit denen habe ich nur Ärger…“.

Mal fix das Internet befragt. In mehreren Foren häufen sich bei den richtigen Keywords die Meinungen. „Brillengestelle von Ray Ban sehen gut aus, taugen aber nichts“, lese ich.

Jetzt ernsthaft?

Ich habe noch einmal den Support kontaktiert. Wieder erfolglos. Man hat keine Lust auf mich, glaube ich.

Langsam frage ich mich: ist Ray-Ban noch ein Qualitätshersteller oder ein Ramschladen? Ich kontaktiere die Pressestelle in Italien. Ich möchte u.a. vom Hersteller wissen, wie er zum Thema Qualität steht und ob mein Schadensfall ein Qualitätsproblem sei. Schnell erhalte ich eine Antwort, man bedankt sich für meine Anfrage und möchte gerne mehr wissen, zu meinem Schadensfall. Doch antworten auf meine Fragen als Journalist gibt es keine. Nicht eine Frage wurde beantwortet.

Ok, immerhin interessiert man sich für mich. Also schildere ich meine Nutzungsdauer und die genauen Mängel. Prompt gibt es wieder eine Antwort: Man hat meinen Fall jetzt an den Consumer-Service weitergeleitet. Ein anderes Wort für „Support“?

Aber hey, da wollte ich gar nicht hin! Na, was soll’s, wenn es mir eine Brillenreparatur bringt, dann soll es mir auch Recht sein.

Denkste! Ich werde an einen neuen örtlichen Fachoptiker verwiesen. Ok, also noch einmal vorsprechen, noch einmal fragwürdige Blicke beim Namen „Ray-Ban“ ernten und noch einmal die vertrauensvollen Sätze hören: „Ray-Ban ist wenig kulant“. Totzdem macht mir der Optiker Hoffnung. Ich sei der Pressestelle bekannt, mit diesem Verweis stellt er nun eine Support-Anfrage. Bringt aber nichts. Erneut wird wenige Tage später auf das Garantie-Ende verwiesen.

Somit halte ich fest

Ray-Ban verdient gutes Geld, liefert aber nicht ab. Die Markenbrille ist teuer gewesen, eine No-Name-Brille hätte mindestens genauso lange gehalten, sagte der Optiker meines Vertrauens. Wir sprechen hier von rund 2,5 Jahren! Auf Kulanz erfolgt gar nichts, das sagen Optiker, Nutzer im Netz und ich aus Erfahrung. Die Pressestelle antwortet schnell, aber nicht auf mir gestellten Fragen.

Mein Fazit

Keine Ray-Ban Brille mehr. Lieber vertraue ich in Zukunft dem Optiker. Dann kann ich mir auch 2x Brillen zum gleichen Preis leisten.

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